BLOODY MARY – RAVEN ROXX

Schreibwettbewerb für Horror-Autoren

Wie konnte das alles passieren? Der Abend fing vollkommen harmlos an. Meine Eltern waren weg und mein blöder Bruder war mit seinen Freunden weg. Eigentlich wollte ich nur meine Mädels einladen, Popcorn essen und Horrorfilme gucken. Wie konnte alles soweit enden das ich mich nun in diesen Schrank versteckte?

Alles fing mit dieser dummen Mutprobe an. Langsam ließ ich den Abend review passieren. Wir haben gegessen, getrunken und gelacht und irgendwann wurde schlagartig alles anders.

Plötzlich erstarrte ich in meinem Versteck. Waren das Schritte? Ich hielt die Luft an und lauschte in die unheimliche Stille. Ich könnte schwören das dort jemand über den Boden schlurfte. Meine Hände schmerzten, weil ich die Taschenlampe so fest umklammert hielt das sich das raue Muster um den Griff in meine Haut drückte. Irgendwie musste ich hier raus. Ich musste mein vermeintlich noch sicheres Versteck verlassen und flüchten, Hilfe holen, irgendwer. Langsam schob ich die dünne Holztür auf und spähte in den dunklen Flur. Nichts war zu sehen. Langsam schlich ich auf Zehenspitzen aus dem Schrank und auf den dunklen hohen Flur hinaus. Die weißen Wände wirkten kalt wie Eis und mein Körper reagierte indem er mir einen kalten Schauer über den Rücken jagte. Langsam tastete ich mich mit den Zehen über den Holzboden da ich kaum etwas sehen konnte und nicht riskieren wollte die Taschenlampe an zu schalten. Trotzdem hielt ich sie weiter fest an meine Brust gedrückt da das metallische Objekt mir ein leichtes Gefühl von Sicherheit gab. Ich ging links vom Schrank aus durch den Flur und blieb dabei nah an der Wand. Immer wieder heftete mein Blick ungewollt an den gerahmten Familienbildern und ich könnte schwören das mich die Augen meiner Familie und Freunden darauf verfolgten. Endlich wurde es ein wenig heller als ich mich der Treppe näherte, die sich vom Erdgeschoss hochschlängelte. Mit einem Mal schnürte sich mein Hals zu und ich warf mich hinter dem Türrahmen am Ende des Flurs gegen die Wand.

War dort jemand? Ich hatte das Gefühl, dass dort jemand zwischen den großen Fenstern stand und mich anschaute. Ich atmete schnell ein und aus und versuchte so meine Lungenfunktion wieder zu normalisieren. Es sollte eigentlich so funktionieren wie wenn man seinen Körper auf Werkseinstellung zurücksetzt hatte ich einmal gehört.

Als sich mein Atem langsam beruhigt hatte zählte ich innerlich einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig und blickte um die Ecke. Meinem ganzen Körper wurde mit einem Mal alle Kraft entzogen. Langsam, wie in Zeitlupe glitt die Taschenlampe aus meiner Hand und schlug auf den Holzboden auf wo das Metallgehäuse eine tiefe Delle hinterließ. Meine Beine fühlten sich plötzlich an wie aus Gummi und eher ich es mir versah fiel ich auf meinen Hintern. Kalter schweiß ließ mir über den ganzen Körper und instinktiv wich ich auf dem Boden rutschend zurück.

Jennifer? Jennifer bist das wirklich du? Meine Augen brannten von den Tränen, die sich dort sammelten als ich auf den Körper schaute, der über der Treppe baumelte. An einem Seil aufgeknüpft hing dort der Körper meiner Freundin und wehte wie im Wind leicht hin und her. Ich schluckte schwer und ertastete das kühle Metall des Gehäuses. Mit zitternden Fingern ertastete ich den Schalter und knipste sie an. Langsam bewegte ich den Lichtkegel zuerst über den dunklen Holzboden bis ich ihn immer höher lenkte bis ich am oberen Ende Jennifers Füße erkannte. Einer ihrer roten Chucks fehlte und etwas Rotes topfte von ihren Zehen. Ängstlich lenkte ich das Licht höher über eine blutverschmierte Jeanshose. Umso höher ich die Lampe hielt um so mehr zitterte ich. Ihr weißes Top war zerrissen und als nur noch ihr Hals und der Kopf im Dunkeln lag stoppte ich. Mein Herz raste und ich hörte das Trommeln meines Pulses in meinen Ohren. Langsam hob ich die Lampe höher. Mein Hals wurde trocken und mein Herz schien einige Schläge auszusetzen. Jennifers Genick war gebrochen und ihr Kopf hing in einem unnatürlichen Winkel vom Hals herunter. Ihr Leichnam schauderte mich zwar aber fesselten taten mich ihre Augen. Ihre kalten toten Augen schienen direkt auf mich gerichtet zu sein. Anschuldigend blickte meine Freundin auf mich herab und ich spürte wie meine Sporthose feucht und warm wurde. >> Mörder << hörte ich plötzlich Jennifers Stimme in meinem Kopf. Immer wieder wiederholte die Stimme dieses Wort. Ich drückte meine Hände auf die Ohren und schrie doch es half nichts. Salzige Tränen liefen mir über mein Gesicht und sammelten sich im Mundwinkel. Erneut blickte ich auf die nun verschwommene Gestalt meiner Freundin als diese plötzlich den Mund öffnete. Panik packte mich und unkoordiniert rollte ich mich herum und stürmte den Flur zurück. Immer wieder hörte ich Jennifers anklagende Stimme in meinem Kopf. Ich rannte um eine Ecke in ein offenes Zimmer wo ich die Tür hinter mir zuschlug und mich davor auf den Teppich setzte. Langsam verstummte Jennifers Stimme in meinem Kopf und als alles um mich herum wieder still war zog ich meine Knie an meinen Körper heran und machte mich so klein wie möglich.

Als ich die Augen wieder öffnete sah ich das ich im Schlafzimmer meiner Eltern war. Es wirkte groß und unheimlich und ich kam mir plötzlich so klein vor. Vor mir stand das große Bett wo ich mich damals immer reingeschlichen hatte als ich einen Albtraum hatte doch diesmal schien der Albtraum real und diese einst sichere Festung wirkt mehr kalt und bedrohlich auf mich. Ich brauchte einen Moment um den Schimmer zu realisieren der über mein Gesicht zog. Da fiel es mir plötzlich ein. Das Schlafzimmer meiner Eltern lag oberhalb unserer Terrasse wo auch der Whirlpool war. Die Treppe konnte und wollte ich nicht benutzen aber ich musste raus. Irgendwie musste ich aus diesem Haus entkommen. Langsam ging ich über den weichen Teppich zum Fenster. Durch das Vordach konnte ich den Pool nicht sehen doch wusste ich das er dort war. Wenn ich vorsichtig war konnte ich mich vom Vordach herunterhangeln und im Wasser sicher landen. Vorsichtig öffnete ich das große Fenster und kletterte auf die kalten Dachziegel. Meine Füße schmerzten durch die Kälte. Draußen war es angenehm kühl und ich genoss die Nachtluft auf meiner Haut. Vorsichtig ging ich auf dem Abdach bis zum Ende und schaute hinunter. Unter mir lag der Pool, der vor sich hin blubberte. Eigentlich wollten wir dort mit einer Flasche Sekt rein um den Abend ausklinken zu lassen. Für einen Moment hielt ich vollkommen inne. Ich schloss die Augen und atmete tief ein. Die kalte Luft in den Lungen zu spüren tat gut. >> Mandy << hörte ich plötzlich eine Stimme flüstern. Beinah hätte ich das Gleichgewicht verloren. Ich blickte mich um doch niemand war zu sehen. >> Mandy << da war es wieder. Ich kannte die Stimme aber konnte sie im Moment nicht zuordnen. Ich wollte mich gerade an den Abstieg machen als wieder die Stimme erklang. Diesmal konnte ich erkennen woher sie kam und blickte langsam unter mir. Irgendwas lenkte meinen Blick unwillkürlich auf den Pool unter mir. Ich sah das dampfende Wasser unter mir blubbern. Die leichten Wellen, die es dabei schlug wirkten ruhig und entspannend. Plötzlich erkannte ich wie sich das Wasser veränderte. Zuerst dachte ich das ich mir das nur einbilde aber mit einem Mal färbte sich das Wasser, dass von unten in den Pool drang rötlich. Die Farbe wurde immer kräftiger bis ich den Boden nicht mehr sehen konnte. Ich klammerte mich an die Dachziegel und beugte mich ein Stück vor um besser sehen zu können. Plötzlich schaltete sich der Pool aus und das rote Wasser lag ruhig unter mir da. >> Mandy << schrie die Stimme nun schrill und ich musste mir die Hände an die Ohren halten. Plötzlich tauchte etwas im Pool unter mir auf. Zuerst war es undeutlich doch mit einem Mal erkannte ich das aufgedunsene Gesicht vom Patricia das aus dem Wasser aufstieg und mich anschaute. >> Mandy << schrie sie erneut meinen Namen und mit einem Mal verlor ich den halt und stürzte vom Dach. Ein brennender Schmerz zog sich von meinem Knie aus durch den ganzen Körper als ich auf den Fliesen auf der Veranda landete. Unter Schmerzen hielt ich mir den Körper und drehte mich langsam auf den Rücken. Neben mir blubberte noch immer der mit Blut gefüllte Pool doch diesmal hämmerte das Geräusch in meinen Ohren wieder. Langsam drehte ich meinen Kopf in Richtung des Pools wo ich sah wie das rot aus dem Becken überschwappte und über die weißen Fliesen lief. Mit aller Kraft versuchte ich davon zu robben doch als das rote Wasser meine Füße berührte schien es als würde es mich festhalten. Ich schrie auf, laut. Schrie um Hilfe, schrie nach meinen Eltern auch wenn mich niemand hörte schrie ich weiter und versuchte mich loszureißen. Ein kräftiger Sog erfasste mich und zog mich auf den Pool zu. Ich klammerte mich an die Zwischenräume zwischen den Fliesen bis mir ein Fingernagel abbrach und meine Hände durch den schmerz zuckten und ihren Griff lösten. Der Sog zog mich nun schneller und eher ich es mir versah wurde ich unter Wasser gezogen. Warmes Wasser drang in meinen Mund und es schmeckte widerlich metallisch wie Blut. Mit meinen Armen und Beinen kämpfte ich und versuchte an die Wasseroberfläche zu kommen doch irgendwas hielt mich am Boden fest. Ich schaute an meinem Körper herunter um zu sehen ob ich vielleicht nur irgendwo fest hing doch als ich meine Augen öffnete erkannte ich was mich dort festhielt. Tiffany, oder etwas das aussah wie sie lag dort unten am Grund. Sie war aufgequollen und ihre Haut wirkte gräulich und schrumpelig. Mit meinem freien Fuß trat ich instinktiv nach Tiffany bis sie mich endlich losließ. Ich tauchte auf und krabbelte aus dem Pool hinaus. Die Schmerzen in meinem Körper waren für den Moment vollkommen ausgeblendet und so rannte ich quer durch den Garten zurück aufs Haus zu. Als ich endlich an der Hintertür angekommen war rüttelte ich am Knopf doch es war abgeschlossen. Wieso war die Tür abgeschlossen?

Ich suchte nach irgendeiner Öffnung wodurch ich hineingelangen konnte doch alle Fenster waren verschlossen. Endlich erkannte ich zwischen den Sträuchern meiner Mutter ein Kellerfenster das offen war und kletterte dadurch zurück ins Haus. Im Keller war es bei Tag schon dunkel doch jetzt war es bedrängende Finsternis, die mich einhüllte. Fast blind tastete ich mich durch die engen Flure zwischen die Regale hindurch bis ich den offenen Raum an der Treppe erreichte. Plötzlich hallte ein brummen durch den Keller der für mich mehr wie das Gebrüll einer monströsen Bestie wirkte. Für einen Moment kam ich mir lächerlich vor wie ich da auf dem staubigen Boden kauerte als ich bemerkte, dass das Geräusch von der Waschmaschine, die hier stand kam. Ich stand wieder auf und klopfte mir den Staub ab als ich ungewollt anfing zu lachen. Ich lachte wie ich mich nach allem bisher erlebten noch vor einer Waschmaschine erschrecken konnte. Eigentlich wollte ich sofort die Treppe nach oben nehmen doch mit einem Mal kam mir die Erkenntnis. Wer hatte die Waschmaschine angeschaltet? Und wieso rumpelte es in der Trommel?

Ich schluckte schwer als ich auf die laufende Waschmaschine schaute. Nach allem was ich bisher mit Jennifer und Tiffany erlebt hatte sollte ich schlauer sein doch meine verfluchte Neugier bewegte meine Beine langsam vorwärts. Ich stand nun direkt vor der Maschine und konnte ihre ausströmende Wärme auf meiner Haut spüren. Trotzdem zitterte ich als ich langsam den Öffner auf der Oberseite löste woraufhin der Deckel aufsprang. Erst schreckte ich zurück doch als ich mich gefasst hatte blickte ich in die Trommel der Maschine, leer. Ich verstand nicht, die Maschine lief doch war leer. Durch die Öffnung blickte ich nur auf das leere Sieb als plötzlich ein mechanisches Geräusch an meine Ohren drang. Ich drehte mich mehrmals um mich selbst um herauszufinden woher das Geräusch kam. Bei jeder Drehung fiel mir die kleine metallische Tür auf. Hinter der Klappe befand sich ein kleiner Aufzug wie er früher für Geschirr genutzt wurde. Ich drehte den Knauf doch hielt inne. >> Mandy? << drang eine hallende Stimme aus der Wand. Kälte breitete sich in mir aus. << Mandy bist du das? Lass mich bitte raus. Ich kann nichts sehen und mir ist so kalt << ich kannte die Stimme. Sarah, war sie etwa auch tot? Langsam öffnete ich die Tür zum Aufzug und blickte hinein. >> Mandy? Ich höre dich aber ich kann nichts sehen. Bitte hilf mir, es ist so kalt << ich schlug die Hände vor meinen Mund und schluchzte. In dem kleinen Aufzug stand Sarahs abgetrennter Kopf. Ihre Augen waren entfernt worden doch es schien als würde sie mich direkt anschauen. >> Mandy mir ist kalt, bitte << ich hielt meine Hand vor ihr. Möchte sie gerne streicheln doch konnte ich es nicht. >> Mandy es ist kalt. Ich bekomme keine Luft << sagte sie doch es war komisch. Ich spürte schwüle Wärme aus dem Aufzug dringen aber Sarah sprach von kälte. Plötzlich hörte ich es klopfen. Das Geräusch kam von hinter mir wo ich mit geweiteten Augen in Richtung Kühlschrank schaute. >> Mandy! Mandy los jetzt! Mandy hol mich hier raus! << schrie der Kopf von Sarah und dabei wurde das klopfen immer wilder und lauter. >> Okay ich hol dich raus << flüsterte ich zum Kopf ohne zu wissen ob Sarah mich verstand. Langsam ging ich auf den polternden Kühlschrank zu und gerade als ich den halben Weg hinter mich gebracht hatte sprang plötzlich die Tür auf. Ich schrie auf und fiel auf den Boden als die Tür aufgestoßen wurde. Durch das schummerige Licht im Kühlschrank sah ich eine Gestalt in den Keller treten. Es war ein weiblicher Körper der dort mit zuckenden Bewegungen auf mich zu kam. Langsam erkannte ich die Gestalt und ein heiserer Schrei blieb in meiner Kehle stecken. Vor mir war der angefrorene Körper von Sarah doch über ihrem Schlüsselbein sah es anders aus. Ihr Kopf war unsauber abgetrennt und in ihrem Hals steckte der Kopf einer Schaufensterpuppe. Ich kannte diesen Kopf, weil meine Mutter diesen früher für Ihre Hüte benutzt hatte. Jedoch erschrak ich nicht vor dem laufenden Körper mit dem Puppenkopf doch das an dem Kopf schauderte mich. Sarahs fehlende Augen wurden dem Puppenkopf scheinbar angeklebt. Aus Sarahs toten Augen schaute es mich nun an während die Gestalt auf mich zu schwankte. Ich stieß mich vom Boden ab und rutschte dabei nach hinten in den größeren Kellerraum zurück. >> Mandy? Mandy bist du noch da? Ich seh dich nicht << rief der Kopf von Sarah hinter mir. Ich zog mich mit aller Kraft am Treppengeländer hoch und stolperte die Holzstufen nach oben. Immer wieder schaute ich zurück auf den schwankenden Körper der unkoordiniert zwischen den Regalen hervorkam. Oben auf der Treppe angekommen rüttelte ich an der Tür doch sie ließ sich nicht öffnen. Ich ertastete das Schloss wo wie gewohnt der Schlüssel steckte und versuchte ihn mit zitternden Händen zu drehen. Hinter mir knarzten die Stufen als die Gestalt mir immer näherkam. Als es mir endlich gelang die Tür zu öffnen befand sich die Kreatur bereits hinter mir. Ich spürte ihre eiskalte Hand auf meine Schulter als ich durch die Tür fiel und auf dem Holzboden aufkam. Ich schluckte meine Schmerzen und drehte mich um die Tür zu schließen doch als ich in den Türrahmen blickte war dort nichts. Auch ein letzter Kontrollblick die Treppen hinunter zeigte nur den leeren Keller. Während ich langsam die Tür schloss haftete mein Blick an der geschlossenen Luke zum Aufzug. Wie von einer fremden Macht gesteuert drehte ich mich und ging erschöpft auf die Eingangstür meines Hauses zu. Der Ausweg aus diesem Alptraum lag nun direkt vor mir in greifbarer Nähe.

Ich drückte den Türgriff und ließ mich gegen die Tür fallen. Die Tür öffnete sich und strahlendes Licht blendete mich. Für einen kurzen Moment war ich blind. Ich blinzelte und meine Augen tränten doch ich erkannte mehrere Personen, die auf mich zukamen. Ein gutaussehender junger Mann in Polizeiuniform kam an mich heran und führte mich vorsichtig die Treppen herunter und durch den Vorgarten auf ein Auto zu. Er sprach zu mir doch ich konnte ihn nicht verstehen. Es waren zu viele Lärmquellen um mich herum. Ich blickte genau in seine Haselnussbraunen Augen um mich nur auf ihn zu fokussieren und von seinen Lippen zu lesen. R-E-D-R-U-M, Redrum? Nun konnte ich endlich seine Stimme hören. >> Redrum, Redrum, Redrum << wiederholte er immer wieder. Die Stimmen überschlugen sich und ich merkte wie alle Menschen, die sich hier versammelt hatten das gleiche sagten. Die Polizei, die Sanitäter und sogar die Schaulustigen hinter der Absperrung alle wiederholten immer das gleiche Wort, Redrum.

Mit einem Mal war der hübsche Polizist nicht mehr sanft und zuvorkommend. Brutal wurde ich gegen das Polizeiauto gedrückt. Meine Arme wurden mit Gewalt nach hinten gezogen wo ich kalten Stahl auf meinen Handgelenken spürte. >> Haben Sie mich verstanden? Mrs. Mandy Finch, hiermit sind Sie verhaftet wegen des dreifachen Mordes an Jennifer Johnes, Tiffany Smith und Sarah Rodrigez. Sie haben das Recht zu schweigen und sollten das auch wahrnehmen << schrie der Polizist in mein Gesicht. Mein Blick fiel auf den Seitenspiegel des Wagens wo sich in Rot wieder das Wort REDRUM bildete. In der Beifahrerscheibe spiegelte es sich nun und da sah ich es, MURDER. Der Polizist zog die Handschellen noch einmal fest bevor er mich grob auf den Rücksitz des Polizeiwagens setzte und die Tür zu knallte.

Mord?

Ich soll meine Freundinnen ermordet haben? Nein ich bin unschuldig. Es war Sie, sie hat sie umgebracht! Ich blickte mich im Polizeiwagen um als sich mein Blick an den Rückspiegel heftete. Ich sah in mein Spiegelbild doch es wirkte anders. Ich sah mich aber ich wirkte so sauber. Nach all dem müsste ich aussehen wie eine Wilde doch mein Spiegelbild wirkte wie vom Anfang des Abends. Auch sah ich nicht die Rückbank des Polizeiwagens, sondern das Badezimmer, das an mein Zimmer angrenzte. Im Hintergrund saßen Jennifer, Tiffany und Sarah und feuerten mich kichernd an. >> Na komm schon Mandy, trau dich << rief Jennifer und schlug die Beine übereinander. >> Ja los, was soll schon passieren << stimmte Sarah ihr zu und alle drei lachten. >> Okay gut ich mach es << hörte ich mich selbst sagen bevor sich mein Spiegelbild wieder auf mich fixierte. >> Nein tu es nicht! Bitte << schrie ich mich selbst an doch ich konnte mich nicht erreichen. >> Bloody Mary << sagte ich und schrie noch immer mein Spiegelbild an. >> Bloody Mary << wiederholte ich ein zweites Mal und schaute kurz zu meinen Freundinnen zurück. Danach trafen sich meine beiden Augenpaare als mein Spiegelbild erneut >> Bloody Mary << in den Spiegel sagte. Plötzlich flackerte das Bild und ich sah wieder mich wie ich dreckig und mit Blut überströmten Gesicht in Gewahrsam der Polizei dasaß.

 

[Gesamt:3    Durchschnitt: 3.3/5]

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