HALLOGREEN GIRL – IRIS KAHL

Schreibwettbewerb für Horror-Autoren

Sam konnte einfach nicht aufhören an sie zu denken. An sie, das Mädchen mit den wunderschönen grünen Katzenaugen und dem feuerroten Haar. Heute im Unterricht ertappte er sich dabei, wie er sie immer wieder heimlich anstarrte, in der Hoffnung es würde niemand bemerken. Alleine schon der Gedanke sie zu berühren, ließ sein Herz schneller schlagen.

Aber ob sie ihn auch so toll fand?  Gut, für seine 17 Jahre sah er nicht übel aus und so manches Mädchen wäre gerne mit ihm befreundet, aber bis jetzt ließen ihn sämtliche Flirtversuche von zugegeben bildschönen Mädchen, nach denen sich jeder Andere die Finger geleckt hätte, erstaunlich kalt. Gestern dann kam dieses Zauberwesen mit den Katzenaugen, das auch sinniger Weise Cat hieß, als Neuzugang in die Klasse der renommierten Oberschule, in die auch Sam ging. Jens Becker, der beste Kumpel von Sam merkte sehr wohl, was in seinem Freund vorging.

„Lass lieber die Finger von ihr, wenn Du meine Meinung wissen willst“, raunte er Sam zu. „Ich habe so Einiges über sie gehört und ehrlich gesagt, verursacht sie mir eine Gänsehaut, obwohl ich nicht genau sagen kann, warum. Sie ist mir irgendwie nicht geheuer. Außerdem wird gemunkelt, sie und ihre Familie mussten wegziehen, es soll sogar Tote gegeben haben!“

„Ach Jens“, winkte Sam ab. „Du glaubst doch nicht wirklich an solche Ammenmärchen? Ich bin der Meinung jeder sollte sich doch erstmal selbst ein Urteil bilden, bevor er über andere den Stab bricht! Mit Sicherheit ist sie so nett wie sie aussieht und bestimmt kann sie neue Freunde gebrauchen – sie kennt schließlich niemanden hier. Ich jedenfalls werde ihr eine Chance geben – ganz gleich was über sie erzählt wird!“

„Jaja, mach Du mal“, maulte Jens. „Aber sag hinterher nicht, Du wärst nicht gewarnt worden!“ zum Glück wurde Sam einer Antwort enthoben, da es gerade zur großen Pause schellte und alle Schüler hinausstürmten. Fasziniert betrachtete Sam das Mädchen Cat, dass sich auf dem Pausenhof ein wenig abseits in den Schatten der großen Kastanie gestellt hatte, die im Herbst zur Freude der Jüngeren seit Jahren ihre Früchte abwarf, die dann von ihnen fleißig eingesammelt wurden. Vor einiger Zeit auch von Sam – inzwischen fühlte er sich aber zu alt dafür und betrachtete es unter seiner Würde, sich nach den glänzenden Schätzen zu bücken.

Aber Cat schien sich sehr dafür zu interessieren. Sie hob eine besonders große Kastanie auf und betrachtete sie eingehend mit ihren wunderschönen Katzenaugen. Sam näherte sich ihr langsam. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, als er es endlich wagte sie anzusprechen. „Hi, ich bin Sam“, sagte er nicht besonders geistreich. Verflixt, nun wurde er auch noch rot, er konnte es genau spüren. Doch Cat schien davon keine Notiz zu nehmen und lächelte ihn freundlich und aufmunternd an.

„Ich weiß“, sagte sie mit ihrer warmen Samtstimme. „Und ich weiß auch, dass die anderen mich nicht mögen, weil gewisse Geschichten um mich und meine Familie kursieren. Aber es macht mir nichts aus – ich bin es gewöhnt – schon zu oft mussten wir wegziehen, da auf meine Familie eine regelrechte Hexenjagd veranstaltet wurde. Dabei tun wir niemandem etwas Böses – im Gegenteil, wir helfen den Leuten, aber sie fürchten sich vor der Fremdartigkeit, die wir ausstrahlen. Doch ich merke schon, Du bist anders.

Wenn Du magst, kannst Du uns morgen Nachmittag mal besuchen, meine Mutter backt fantastischen Kuchen.“ Cat lächelte und entblößte dabei zwei Reihen makelloser und schneeweißer Zähne. Wow – die ging ja ran! Hatte er nun etwa ein Date? Es schien so. Nun klopfte Sams Herz erst recht und hüpfte geradezu vor Vorfreude! Hoffentlich gelang es ihm auch einen guten Eindruck auf Cats Familie zu machen – nichts schien Sam plötzlich wichtiger!

Der Tag wollte einfach nicht umgehen! Ob Blumen abgebracht wären? Eigentlich  konnte man damit nichts verkehrt machen. Aber was für Blumen? Sicher könnte Sam sich im Blumenladen am Ende der Straße beraten lassen. Und Hauptsache war ja, dass er überhaupt dran dachte, machte er sich selbst Mut.

Als er nun am nächsten Nachmittag den kleinen, aber feinen Blumenladen betrat und die freundliche Verkäuferin sich ihm näherte und ihn fragte, ob sie ihm behilflich sein könne, musste er erst dreimal schlucken, ehe er eine Antwort herausbekam. „Ja, ich suche ein paar nette Blumen für eine Einladung zum Kaffee. Möglichst günstig, aber sie sollten schon was hermachen!“

„ Schnittblumen oder lieber eine Topfpflanze?“, fragte die Verkäuferin. „Ich persönlich würde ja eine Topfpflanze vorziehen, da hat man länger was von. Hier z.B. haben wir wunderschöne Rosen als Topfpflanzen – in allen Farben. Und sie sind zudem gerade im Angebot, sehr günstig also und doch hübsch anzuschauen und sie verströmen einen betörenden Duft!“

Sam  musste ihr zustimmen. Die Rosen im Topf sahen wirklich sehr gut aus. Er entschied sich für die Gelben – rot wäre nicht angebracht, schließlich ging es um eine Einladung zum Kaffee und nicht um einen Heiratsantrag! Nachdem die Verkäuferin den Topf mit den Rosen aufwändig verpackte und Sam nach Kleingeld kramte, um zu bezahlen, hob sich seine Stimmung zusehends. Immer wieder sah er diese geheimnisvollen grünen Augen von Cat vor sich und gleich würde er sie besuchen.

Um zu ihrem Haus zu gelangen, musste er nur wenige Minuten querfeldein gehen. Lange Zeit stand das alte Bauernhaus leer, bis Cats Familie es anmietete. Es musste auch nicht erst renoviert werden, da der Besitzer es regelmäßig in Schuss hielt. Dennoch wollte dort lange Zeit niemand einziehen, von daher war es ein Glücksfall für den Eigentümer, dass Cat mit ihrer Familie dort einzog. Endlich stand Sam vor der klobigen Holztür, aber es gab noch nicht mal eine Klingel, sondern nur einen altmodischen Türklopfer in Form eines Löwenkopfes.

Nachdem Sam ihn betätigte, dauerte es auch nicht lange, bis Cats Mutter erschien und ihm öffnete. Sie schien eine reifere Ausgabe von Cat zu sein – dieselben roten Locken und auch die Augen leuchteten in genauso einem intensiven Grün wie die von Cat. Nun konnte  erahnen, zu was für einer Schönheit Cat eines Tages heranwachsen würde und sein Herz lief schier über vor Zuneigung. Lächelnd überreichte er Cats Mutter die Rosen, während sie ihn aufmunternd anlächelte und ihn hereinbat.

„ Du also bist Sam“, stellte Cats Mutter mit leicht rauchiger Stimme fest. „ Geh ruhig schon mal in die Küche, Cat wartet bereits auf Dich.  Du kannst mich übrigens Kitty nennen. Und vielen Dank für die wunderschönen Rosen, gut dass Du eine Topfpflanze gewählt hast. So müssen deshalb keine Blumen sterben und ihr restliches Dasein in einer Vase fristen, wo sie bald dahinwelken und auf dem Kompost enden. Denn nirgendwo blühen Blumen schöner als in der freien Natur, ebenso sollte niemand das Recht haben einen Vogel in einen Käfig zu sperren . Deine Rosen werde ich in den Garten an einen sonnigen Platz setzen, wo sie sich dann ihrer Natur gemäß entfalten können.“

Staunend sah Sam sich um, während er Kittys Redefluss lauschte. Das ganze Haus, vom Boden bis zur Decke war in Grün und Orange gehalten. Überall hingen oder lagen Kürbisse, mit unterschiedlich geschnitzten Gesichtern, die jedoch keinesfalls bedrohlich wirkten, sondern allesamt freundlich und seltsamerweise fast  lebendig schienen.

Nachdem er über einen langen, schmalen Korridor zu Cat in die Küche gelangte, wo diese ihn strahlend empfing und ihn bat Platz zu nehmen, sah er dass Cat an etwas arbeitete, was sich ebenfalls als Kürbis entpuppte, dem Cat gerade ein Gesicht mit herzförmigen Augen und einem breit lächelnden Mund verpasste.

„ Na sowas“, witzelte Sam, andere Mädchen interessieren sich für Make up und Du schnitzt Kürbisse! Aber Du machst das echt toll – so schöne Kürbisse habe ich noch nirgendwo gesehen. Und bis Halloween sind es ja nur noch wenige Wochen. Wir haben im Garten auch einige Kürbisse als Deko stehen und in meinem Zimmer steht auch einer. Wenn Du mal zu mir kommst, kannst Du sie Dir mal anschauen, auch wenn es kein Vergleich mit Deinen tollen Kunstwerken ist.“

„Gerne“, sagte Cat mit leiser Stimme, während sie Sam Kaffee einschenkte und ihm ein Stück des Kuchens auf den Teller tat, den ihre Mutter eigens für heute gebacken hatte. Cat und Sam befanden sich alleine in der Küche, Kitty versorgte unterdessen die Rosen und widmete sich der Gartenarbeit, denn  natürlich wollten die jungen Leute lieber unter sich sein. Nachdem Sam sich bereits das dritte Mal am Kuchen bedient hatte (was eigentlich schon als unhöflich galt, aber der Kuchen schmeckte gar zu gut), wagte er es den Arm um Cat zu legen und zog sie an sich, um ihr einen leidenschaftlichen Kuss zu geben.

Cat erwiderte ihn ebenso leidenschaftlich und Sam wurde plötzlich ganz heiß, fast so, als hätte er Fieber. Wie gut Cat duftete! Nach frischem Gras und nicht so ekelhaft einparfümiert, wie die Mädchen in seiner Klasse. Auch brauchte  Cat sich nicht zu schminken – ihre natürliche Schönheit stellte alles in den Schatten.

Wortlos ergriff sie Sams Arm und zog ihn in Richtung einer Wendeltreppe, deren Ende in einer kleinen Nische mündete, die Zugang zu Cats Zimmer gewährte. Auch hier dominierten die Farben Orange und Grün und selbst das bequeme Bett leuchtete in diesen Tönen. Cat umarmte Sam und ließ sich langsam mit ihm auf das Bett gleiten, während sie sich gleichzeitig ihrer Kleidung entledigte. Sam stockte der Atem. Gott was war dieses Mädchen schön! Gertenschlank, jedoch wohl proportioniert und wie er an ihrem sich kräuselnden Schamhaar sehen konnte, eine echte Rothaarige.

Wie Knospen einer Rose standen ihre Brustwarzen aus den apfelförmigen, festen Brüsten hervor. Sam merkte, wie sich etwas in seinem Schritt regte. Und zwar ganz gewaltig. Er konnte gar nicht anders, als von dieser Süße zu kosten und umschloss mit seinem Mund abwechselnd die zarten Knospen, die sich daraufhin versteiften. Sanft spreizte er ihre sehnigen Beine, um auch dort von ihr zu naschen. Mit den Daumen rieb er nun die fast steinharten Brustwarzen und ließ seine Zunge um ihre Liebesperle kreisen, die nun ebenfalls prall und hart wurde.

Ein Stöhnen entfuhr ihm, als er ihre Feuchtigkeit schmeckte. Längst hatte auch Sam sich aus seinen Klamotten geschält, die ihm nun nur hinderlich gewesen wären. Obwohl sie sich kaum kannten, schien es ihm nicht falsch, dass alles so schnell ging, im Gegenteil, er konnte es kaum erwarten in sie einzudringen und es ging dabei nicht nur ums Sexuelle. Er empfand eine tiefe Liebe zu ihr, so stark und unerschütterlich, dass es ihn selbst verwunderte.

Cat wand sich unter ihm wie eine Schlange, während er nicht aufhörte sie zu stimulieren. Als sie seine harte Männlichkeit umfasste und ihn sanft bei sich einführte, konnte er sich kaum noch halten. Als er in sie eindrang, merkte er einen leichten Widerstand, der ihre Unberührtheit verriet, was ihn noch mehr erregte. Immer schneller stieß er zu, sich dabei ihrem Rhythmus anpassend. Ihre hohen spitzen Schreie der Lust gellten in seinen Ohren wie die schönste Musik und als er sich endlich in ihrem Schoß ergoss, erbebte auch sie unter ihm unter wilden Zuckungen und kam gleichzeitig mit Sam.

Als sie nun beide erschöpft und verschwitzt, nebeneinander lagen, weiteten sich plötzlich Sams Augen ungläubig. Sein Penis war grün und auch aus Cats  Schoß sickerte eine grüne Farbe heraus! Das gab es doch gar nicht, konnte nicht sein! Eigentlich musste es doch rot sein. Fragend schaute er Cat an und erwartete eine plausible Erklärung. Irgendwas  wie, da ist was ausgefärbt vom Bettzeug oder so ähnlich. Doch Cat schaute ihn nur ernst an und sagte:“ Ich weiß, Du denkst nun, das hier ist nicht richtig, aber mein grünes Blut ist für mich ebenso real und normal, wie für Dich Dein Rotes.

Ich entstamme einer uralten Familie von weiblichen Druiden, die sich stets mit menschlichen Männern paaren. Wir gebären nur immer ein Kind und das ist weiblich und grünblütig, verfügt aber über besondere Fähigkeiten. Wir sind Wächter. An Halloween ist diese Welt besonders empfänglich für Geistwesen und die Grenzen der Schattenwelt überschneiden sich mit der der realen Welt. Das Böse lauert nur darauf, in diese Welt zu kommen und wir Druidinnen müssen dann alle Kraft aufwenden, um diese Schattenwesen im Zaum zu halten und daran zu hindern, in unsere Welt zu kommen.

Die Welt ist eh schon böse und verdorben, aber sollte es den Schattenwesen, die man auch Kürbisdämonen nennt, gelingen das Tor zu dieser Welt zu öffnen, wären die Folgen verheerend. Deshalb schnitzen wir auch ständig Kürbisgesichter. Wenn das Tor beginnt sich zu öffnen, werfen wir sie hinein – das hält sie in Schach.

Und leider haben die Kürbisdämonen in letzter Zeit an Kraft gewonnen, da sich eine Abtrünnige mit ihnen verbündet hat. Statt mit einem Menschenwesen hat sie sich mit einem Kürbisdämon gepaart und dabei entstand ein Wesen von unglaublicher Stärke und ebensolcher Bosheit. Und da dieses Ungeheuer von Jahr zu Jahr mehr an Kraft gewinnt, müssen wir alles geben, um es zurückzudrängen und in seiner Welt zu halten. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie lange wir das noch schaffen. Leider ist es so, dass wir dabei auch einige Menschenopfer bringen mussten, um unseren Kürbisgesichtern Kraft zu verleihen; das ließ sich nicht vermeiden.

Allerdings haben wir darauf geachtet, dass es Menschen waren, die so schlecht waren, dass niemand ihren Weggang bedauern würde, aber es gab Indizien, die auf uns deuteten. Zwar ohne jegliche Beweiskraft, jedoch ausreichend, dass man uns mied und wir besser daran getan haben das Weite zu suchen und uns woanders niederzulassen. Außerdem musste ich mich so früh wie möglich mit einem Menschenmann paaren, denn wenn wir schwanger sind, verfügen wir über die meiste Kraft.“

Sam rauschte es in den Ohren. Zu ungeheuerlich schien das, was er gerade hören musste. Seine ganze Welt, alles was er bisher wusste oder zu wissen glaubte, stand Kopf. Dämonen? Menschenopfer? Grünes Blut und eine Gefahr schlimmer als die Hölle? Zudem wurde ihm gerade eröffnet, dass er Vater werden würde, mit 17! Er musste träumen. Das alles konnte doch unmöglich real sein! Gleich würde er zuhause in seinem Bett erwachen und sein ganz normales Leben weiterführen. Duschen, frühstücken, ne Runde joggen und mit Jens Fußball spielen.

Doch tief in seinem Herzen fühlte Sam, dass Cat die Wahrheit sprach. Nur wie sollte es weitergehen? Was würden seine Eltern dazu sagen, dass sie ein Enkelkind bekamen, noch dazu ein Grünblütiges! Und er verdiente doch noch gar nichts! Wie also sollte er seinen Unterhaltspflichten nachkommen? Fragen über Fragen. Cat spürte was in ihm vorging. Beruhigend legte sie ihre Hand auf seine Schulter. „Mach Dir keine Sorgen – niemand außer Dir und uns Druidinnen wird davon erfahren. Wir haben so unsere Mittel, um ein geheimes Leben führen zu können. Natürlich darfst Du Deine Tochter so oft wie Du magst sehen.

Aber es war wirklich notwendig und niemand eignete sich besser dafür als Du. Es geht schließlich ums Ganze – nicht um Einzelschicksale. Bis Halloween bin ich etwa in der 7. Schwangerschaftswoche – optimal, dann ist meine Kraft am Stärksten. Und da Du der Vater meines Kindes wirst, brauchen wir auch Deine Hilfe, um das Böse in Schach zu halten. Können wir auf Dich zählen?“ Bittend schaute ihn Cat mit ihren herrlichen grünen Augen an und eine Träne rollte dabei über ihre Wange, was sie ungeheuerlich verletzlich wirken ließ und gleichzeitig unheimlich sexy, so dass er spürte, dass er schon wieder hart wurde.

Sam küsste ihr die Träne von der Wange und schloss Cat in die Arme.“ Natürlich könnt Ihr auf mich zählen, das verspreche ich Dir. Schließlich hat man nicht alle Tage die Gelegenheit die Welt zu retten. Aber bis dahin sind’s ja noch ein paar Wochen und wir haben noch für andere Dinge Zeit.“ Sanft knabberte er an ihrem Ohrläppchen und arbeitete sich langsam  zum Hals hinunter bis seine Zunge schließlich wieder an ihren wunderbaren Nippeln landeten. Er konnte einfach nicht genug von ihr bekommen. Diesmal liebten sie sich nicht weniger heftig, nur dass Cat jetzt rittlings auf ihm saß und ihr Becken dabei wie wild kreisen ließ. Dabei wippten ihre schönen Apfelbrüste  im Takt.

Und wieder kamen sie fast gleichzeitig, Sam glaubte Sterne zu sehen und blieb schließlich japsend liegen und glaubte sich nie wieder bewegen zu können. Doch immer wieder entfachte Cat die Glut, bis das Feuer in Sam lichterloh brannte und er irgendwann wirklich ohnmächtig wurde. Als er sich später auf den Heimweg machte, dachte er jedermann müsste ihm ansehen, was er die ganze Zeit mit Cat getrieben hatte. Schnell schloss er die  Haustür auf und stürmte nach oben in sein Zimmer, nachdem er seinen Eltern hastig im Vorbeigehen einen guten Abend wünschte.

„Hab keinen Hunger“ rief er ihnen rasch zu. „ Gehe nur eben duschen und dann ins Bett.“ Zum Glück ließen ihn seine Eltern in Ruhe. Er mochte sie ganz gerne, den sie behandelten ihn nicht wie ein Kleinkind, sondern ließen ihn weitgehend gewähren. Diesen Vertrauensvorschuss wollte Sam auch nicht überstrapazieren und brachte daher relativ gute Noten nachhause und half auch freiwillig im Haushalt mit. Aber alles brauchten seine Eltern nicht zu wissen – schon gar nicht, was er heute getrieben hatte.

„Ey Alter – wie siehst Du denn aus“ feixte Jens am nächsten Morgen in der Schule. „ Ein Käse ist nichts dagegen und Deine Augen sehen aus wie die eines Zombies.“ Auch dem Mathelehrer fiel auf, dass Sam überaus bleich aussah und wollte ihn schon nachhause schicken. Sam wiegelte ab und murmelte was von schlecht geschlafen und dass er sich trotzdem eigentlich ganz gut fühle. Cat hingegen konnte man gar nichts ansehen. Im Gegenteil – Sam fand, dass sie sogar überaus gesund wirkte, fast als hätte diese Aktion gestern die Wirkung einer Erholungskur gehabt.

Halloween rückte immer näher – nur noch wenige Tage, dann würde es losgehen. Cat sah man nicht an, dass sie ein Kind erwartete, aber Sam spürte, dass es den Tatsachen entsprach. Und irgendwie freute er sich sogar darauf, auch wenn ihm der Zweck nicht so ganz behagte. Außerdem bekam er einen riesigen Schreck, als er sich einmal in den Finger schnitt und dabei bemerkte, dass auch sein Blut eine knallgrüne Färbung aufwies. Ängstlich fragte er Cat, was nun mit ihm passieren würde.

„ Nicht viel“ beruhigte ihn Cat lächelnd. „ Als Du zugestimmt hast, uns beim Kampf gegen die Kürbisdämonen beizustehen, musste eine Umwandlung stattfinden, damit auch Du genügend Kraft hast um das Ganze durchzustehen. Es wird keinerlei negativen Auswirkungen auf Deinen Körper haben – im Gegenteil. Du wirst quasi unverwundbar, nur wir können einander verletzen und Du wirst niemals krank werden und läufst so auch nicht Gefahr zum Arzt zu müssen, wo man sich über die grüne Farbe Deines Blutes wundern könnte.

Außerdem können wir dank Deiner Kraft nun auf Menschenopfer verzichten. Mein Vater weigerte sich einst uns zu helfen. Er verdrängte alles was damit zu tun hatte. So bekam er nicht unser gesundes Blut und starb an einer banalen Lungenentzündung. Er war ein guter Mensch, der mich und meine Mutter sehr liebte, aber mit unserem Druidenkram, wie er es nannte, wollte er nichts zu schaffen haben.“

Erleichtert nahm Sam sie in die Arme. „ Einige Fragen habe ich dennoch, die aber nicht mein Blut betreffen. Wo öffnet sich denn das Tor dieser anderen Welt? Ich meine, müssen wir vielleicht weit reisen oder so? Und wie um Himmels Willen sollen wir dieses Tor dann zuhalten? Ich bin zwar recht kräftig, aber ob das reichen wird? Und etwas Angst habe ich auch. Was, wenn es uns nicht gelingt, die Dämonen in Schach zu halten? Zum Sterben fühle ich mich auch noch viel zu jung!“

„Nein nein, Sam. Wir müssen nicht verreisen. Das Tor öffnet sich immer da, wo wir uns auch befinden, in diesem Fall wird es bei mir zuhause sein, wo auch meine Mutter uns mit ihrer Kraft beistehen wird. Außerdem wirst Du dann die besondere Kraft Deines neuem Blutes spüren, Du wirst sehen. Angst habe ich natürlich auch. Aber haben wir eine Wahl? Wenn wir es nicht versuchen, wird diese Welt hier ein Hort der Finsternis und unaussprechliches Grauen die Folge sein. Deshalb müssen wir es einfach schaffen!“

Nun war es also soweit. Halloween, ein Riesenspaß für Kinder, die von Tür zu Tür zogen, um den Erwachsenen Süßigkeiten abzuluchsen, sich in keinster Weise des drohenden Unheils bewusst, welches ihnen allen bevorstand, sollten Cat und ihre Mitstreiter versagen. Die Dunkelheit hielt Einzug und von überall tönte lautes und fröhliches Gelächter, wenn es mal wieder einem Kind gelang, einen Erwachsenen zu Tode zu erschrecken.

Ein buntes Treiben herrschte auf den belebten Straßen, in vielen Vorgärten leuchteten lustige Schreckensgestalten in Form von geschnitzten Kürbissen und anderen Monstern. Sam machte sich auf den Weg zu Cats Behausung und ihm war recht mulmig dabei zumute. Sein Mund lächelte, als er Cat und ihre Mutter begrüßte, aber sein klopfendes Herz strafte seine aufgesetzte Fröhlichkeit Lügen. Sams Armbanduhr zeigte jetzt genau eine Minute vor Mitternacht an.

Wie Cat ihm vorher noch erklärt hatte, blieb sowohl ihnen als auch der Gegenseite eine Stunde Zeit, um ihr Ziel zu erreichen. Bis dahin würde es sich entscheiden, ob das Böse Einzug in diese Welt hielte oder ob sie über genügend Kraft verfügten, es zurückzudrängen.  Kaum dass er einen Fuß über die Schwelle des kleinen Häuschens setzte, ging es auch schon los.

Ein Heulen hub an, so grässlich, dass Sam sich die Ohren zuhielt und krampfhaft die Augen zukniff. Als er es endlich wagte aufzusehen, sah er, dass das ganze Haus in einem unnatürlichen Rot leuchtete, wobei er keine Lichtquelle ausmachen konnte. Es zischte und klapperte, ein Beben ging durch das Haus, dass Sam schon fürchtete, es würde einstürzen.

Wortlos ergriffen Cat und ihre Mutter seine Hände, jede Menge geschnitzte Kürbisse stapelten sich vor ihnen. Das Heulen verstärkte sich nun, schrille Stimmen steigerten sich zu  einer Dissonanz, wie es kein menschliches Wesen jemals hervorbringen könnte. Blaugrauer Rauch stieg auf, der direkt aus dem Schlund der Hölle zu kommen schien – und dann sah er es! Ein grässliches Wesen, so unvorstellbar schrecklich, wie es nur ein finsterer Dämon sein konnte.

Da Wesen blähte die Nüstern und schnaubte, wobei es gleichzeitig versuchte eine Tür, die wie aus dem Nichts aufgetaucht war, mit aller Kraft aufzustemmen. „Ihr entkommt mir nicht“, heulte es mit gleich mehreren Stimmen, die wie ein Echo in Sams Ohren hallten. Gelber Geifer troff dabei aus seinem riesigen, mit spitzen Zähnen bewehrtem Maul.

„ Schnell, die Kürbisgesichter“, rief Cats Mutter. Ohne weitere Worte ergriffen sie, Cat und Sam einige Kürbisse aus dem Stapel vor ihnen und schleuderten sie dem Ungeheuer entgegen. Wo sie trafen, da platzte die schuppige Haut des Dämons und es bildeten sich hässliche rote Blasen. Außerdem stank es nun erbärmlich – ein wahrer Pesthauch der Hölle umwehte das schreckliche Geschöpf.

Sam fürchtete sich nun nicht mehr, in ihm erwachte langsam der Kampfgeist und er schnappte sich immer mehr Kürbisse und warf sie dem Wesen entgegen. Dieses wich immer weiter zurück, aber noch war die Schlacht nicht gewonnen, denn die Tür stand noch halb auf. Plötzlich nahm Sam eine einschmeichelnde Stimme in seinem Kopf wahr.

„ Wehre Dich nicht gegen mich, ich bin viel stärker! Ich kann Dir alle Wünsche erfüllen, die Du begehrst, was immer es ist. An meiner Seite kannst Du die Welt beherrschen! Was ist dagegen schon ein dummes, kleines Druidenmädchen? Ich schenke Dir unermesslichen Reichtum und Macht, also hilf mir, das Tor zu öffnen!“

So hypnotisch klang die Stimme, dass Sam nur allzu bereit war nachzugeben, schon wollte er sich gegen das Tor stemmen um es weit zu öffnen, da schnellte plötzlich Cats Arm hervor und Sam spürte einen schmerzhaften Stich. Cat hielt einen Dolch in der Hand, der nun von seinem Blut grün fluoreszierte. Sam hielt inne und starrte entgeistert auf die Stichwunde auf seinem Unterarm, wo es langsam aber stetig tröpfelte.

Dann begriff er. Sein Kopf war nun wieder völlig klar und die hypnotische Stimme konnte ihm nichts mehr anhaben. Mit aller Gewalt warf er sich gegen die Tür und kämpfte sich zentimeterweise vor um sie zu schließen. Nun stand sie nur noch einen Spalt breit offen. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass der Kampf in wenigen Minuten entschieden wäre – er musste es einfach schaffen das Tor zu schließen! Noch einmal sammelte Sam seine Kräfte und Cat und ihre Mutter taten es ihm nach. Fast hätten sie es geschafft, da schnellte plötzlich aus dem  Spalt eine  hässliche Klaue und krallte sich in Cats roten Locken fest. Cat schrie vor Schmerz laut auf.

Schon versuchte die Klaue Cat durch den Spalt zu zerren und Sam überlegte verzweifelt was er tun sollte. Wenn er Cat half, musste er sich von der Tür lösen, was der Gegenseite wieder Oberhand verschaffte, half er ihr nicht, so  hatte das unweigerlich zur Folge, dass Cat in die Welt des Grauens gezogen würde – so oder so – Sam hing in der Zwickmühle. Und lange überlegen konnte er auch nicht – die Zeit rann ihm davon. Er reckte sich soweit es ging Richtung Cat und es gelang ihm einen Arm von ihr zu fassen. Er zog und zog, aber die Gegenseite ebenfalls, so dass alles was er erreichte war, dass Cat vor Schmerzen schrie.

Ihm blieb nichts anderes übrig, als loszulassen, da bekam er Hilfe von Kitty, Cats Mutter. Zwar überließ sie es nun alleine ihm, die Türe zuzuhalten, aber je klarer Sams Kopf wurde, desto stärker fühlte er sich auch körperlich. Kitty griff beherzt in den Spalt wo schon Cats Kopf drin verschwunden war und tastete sich zu der Klauenhand vor. Mit unbeschreiblicher Kraft löste sie die einzelnen Finger von Cats Kopf  und brach sie dabei, so dass Sam das Knacken wahrnehmen konnte,  das sich anhörte wie morsches Holz, das zerbröselte.

Schnell zog sie ihre Tochter zu sich heran und driftete mit einem Hechtsprung zu Sam, um mit ihm das Tor zuzuhalten. Doch der Dämon dachte noch nicht daran aufzugeben. Versuchte er es zuvor mit Schmeicheleien und Versprechungen bei Sam und mit Gewalt bei Cat, so griff er nun zu einer heimtückischen Arglist.

Kitty starrte den Dämon mit weit aufgerissenen Augen an. Der sah nun genauso aus, wie einst Kittys Mutter und Cats heißgeliebte Oma. Vor Jahren fiel sie ihm zum Opfer – ein Verlust, den weder Kitty noch Cat jemals verschmerzen konnten. Furchtlos trat sie diesem Ungeheuer einst entgegen und trotzte ihm den Sieg ab. Doch zu welchem Preis! In der Sekunde, in der er sie in diese Hölle zerrte,  schloss sich auch das Tor und der Menschheit wurde ein weiteres Jahr gewährt. Kitty merkte was in ihrer Tochter vorging. „ Lass Dich von dem Dämon nicht blenden“, schrie sie. „ Das ist nicht Oma! Er möchte ins nur verwirren, damit wir Schwäche zeigen und nachgeben. Lass nicht zu, dass er gewinnt, sonst ist Oma umsonst gestorben!“

Cat riss sich mit aller Kraft zusammen. Kitty hatte vollkommen recht. Nur noch eine Minute Zeit. Sie mussten sich nun beeilen und allmählich waren ihrer aller Nerven zum Zerreißen gespannt. Cat gab sich einen Ruck und setzte ebenso wie ihre Mutter und Sam eine entschlossene Miene auf. Gemeinsam stemmten sie sich gegen das Tor, wobei sich auch ihre mentalen Kräfte vereinten. Cats und Kittys grüne Augen strahlten dabei so hell wie die Sonne und wie auf Kommando hielten sie mit aller Willenskraft das Tor zu, welches sich nun mit einem lauten Ächzen schloss. Geschafft! Sie hatten es tatsächlich geschafft! In diesem Moment läute irgendwo eine Kirchturmuhr und verkündete die Zeit eine Stunde nach Mitternacht.

Nachdem sie sich von den ganzen Schrecken erholten, beschloss Sam, in dieser Nacht nicht mehr nachhause zu gehen. Sie sahen alle auch ziemlich gerädert aus und sehnten sich erstmal nach Schlaf. Mit Cat im Arm schlief er auch fast augenblicklich ein und fiel in einem traumlosem Schlummer. Zuvor packte ihn noch einmal kurz das Grauen, als er aus Cats Haaren einen langen schwarzen Fingernagel entfernte, der von der Klauenhand stammte, die zuvor Cats Haarschopf gepackt hatte.

Aber nun kehrte erstmal Ruhe ein und für ein Jahr blieb das Tor zur anderen Welt geschlossen und bis zum nächsten Mal würden sie noch stärker sein, so dass es der bösen Macht nie gelingen würde in diese Welt zu kommen. Außerdem freute sich Sam auf sein Kind. Wenn er auch nie in so jungen Jahren eine Familie gründen wollte, so überlegte er nun, dass doch eigentlich nichts dagegen sprach, zumal niemand Cat etwas anmerken würde.

Selbst gegen Ende der Schwangerschaft blieb ihr Bauch, wie auch schon bei ihren Vorfahren flach, dafür dehnten sich ihre Hüften etwas in die Breite, was aber kein Problem darstellen sollte . Alles Weitere würde die Zeit mit sich bringen, nun mussten die Schrecken der Nacht erstmal verarbeitet werden und übermorgen ging eh die Schule wieder los. Denn trotz allem wollte Sam sein Leben so normal wie möglich gestalten, auch dann wenn er nun Cat, das Baby und den ganzen Dämonenkram mit einbeziehen musste.

Sam war nun ganz offiziell mit Cat zusammen. Als die Schule wieder begann, sah Jens seinen Kumpel mit ihr rumturteln und dem Getuschel der anderen Mädchen nach, musste es wohl ernst sein. Auch wenn Cat Jens immer noch nicht ganz geheuer erschien, gab er sich in der Pause einen Ruck und schlenderte auf die beiden zu. „ He Alter“ rief er, nachdem er Cat kurz  zunickte. „ Wo wart Ihr eigentlich an Halloween? Ich dachte, wir ziehen zusammen los und machen die Nachbarschaft unsicher, aber niemand konnte mir sagen, wo Ihr steckt! Aber wenn man Euch so rumturteln sieht, kann ich mir fast schon denken, womit Ihr beschäftigt wart!“

Sam lachte herzhaft und sagte:“ Ja Mann – das kann mal wohl sagen, dass wir beschäftigt waren –  mein Hallogreen Girl und ich mussten schließlich die Welt retten!“ Jens tippte sich vielsagend an die  die Stirn. „ Alles klar Kumpel, ohne Euch gäbe es den blauen Planeten nicht mehr. Was Ihr fürn Kraut geraucht habt, würde mich mal  interessieren. Hahahha! Und was für ein Name ist das denn? Hallogreen Girl.“

„Tja“ meinte Sam. „Das wird für immer Cats und mein Geheimnis bleiben – Du würdest es eh nicht verstehen.

„Ja Alter, das ist gut möglich, macht aber nichts. Lasst uns nun lieber in die Cafeteria gehen – die haben da noch von Halloween wunderbaren Kürbiskuchen übrig – zum halben Preis!“

„Nee mein Lieber, nimms uns nicht übel – aber von Halloween haben Cat und ich erstmal genug – das reicht bis zum nächsten Jahr!“

„Na dann nicht.“ Jens trollte sich schulterzuckend. „Ess ich halt den Kuchen alleine!“

Cat und Sam sahen sich tief in die Augen. Ihr Geheimnis würden sie wahre – und diese Geschichte täte ihnen eh niemand abnehmen – zum Glück.

 

[Gesamt:4    Durchschnitt: 3/5]

Eine Antwort

  1. Gerti Henrich sagt:

    Schöne Mischung aus Grusel und Erotik!

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