HAUS DES SCHRECKENS – JAY BÈLIER

Schreibwettbewerb für Horror-Autoren

Haus des Schreckens – Lost Souls 

Wieder einmal jähren sich die Halloweenfestlichkeiten in unserer kleinen Stadt Jacksonville. Heute schmeißen sich wieder viele Menschen in ihre Kostüme, sammeln Süßigkeiten und veranstalten Horrorpartys,  und doch ranken sich Spukgeschichten, um ein Ereignis das zwanzig Jahre zurück lag und unser kleines Städtchen in seinen Innersten erschütterte. Im Haus, der Familie Black, wurde während einer Halloweenparty, Miranda eine Studentin unserer Uni angeblich von vielen Mitschülern vergewaltigt, woraufhin sie einen Großteil der  Teenager, die auf der Party vertreten waren, auf bestialische Weise abschlachtete. Man verfrachtete die Wahnsinnige in eine Psychiatrie, denn ihren wirren Erklärungen glaubte keine Menschenseele aus Jacksonville. Durch dieses Massaker gelang unsere Stadt zu trauriger Berühmtheit. Seitdem reisen jedes Jahr an Halloween tausende Menschen aus der ganzen Welt an, um das einstige Haus der Familie Black zu besuchen, um dort eine riesige Horrorparty  zu feiern. Mit einem angeblichen Fluch der auf dem alten Gemäuer liegen soll, schinden die Veranstalter eine Menge Kohle, doch wen interessiert das schon. Es ist Halloween und ich will mit meinen Freunden feiern! Wo? Natürlich im Black Haus, so wie alle anderen auch.

„Komm schon Josh! Warum müsst ihr Tucken immer so lange im Bad rumtrödeln? Das geht doch echt auf keine Kuhhaut mehr, wie lang ich immer warten muss, ey! Du bist echt schlimmer als jedes schickimickie Weib!“, hörte ich meinen Kumpel Stone genervt grummeln.  Ich verstand nicht wieso er mich immer damit hochzog. Ja ich war homosexuell, aber das hatte nichts damit zu tun, das ich so lange brauchte. Ich wollte für Stone, meinen heimlichen Schwarm, gut aussehen. Einerseits verletzte es mich, wie er reagierte,  andererseits konnte ich diesem hübschen Adonis nicht lange böse sein. Ich starrte in den Spiegel, warf einen letzten prüfenden Blick in das hell umrandete Glas, zog mir noch Kajal nach und wuschelte durch mein blondes, kurzes Haar.

„Besser geht’s nicht!“, seufzte ich theatralisch, lächelte verlegen und verließ auf leisen Sohlen das Badezimmer.

„Man und für was hast du nun bitte so lang gebraucht? Du siehst genauso aus wie vorher!“

´Toll! Das wollte ich nun wirklich nicht hören. Hättest du Idiot nicht einmal bemerken können, dass ich hübsch aussehe? Aber nein, du freust dich ja nur auf umher wabbelnde Titten! ´

Leicht genervt über die negative Bemerkung, stapfte ich an ihm vorbei, verließ zornig unsere Wohngemeinschaft und stiefelte die Steintreppen hinab. Als ich den Gehweg erreichte, sah ich auf die saftige Rasenfläche, die sich links und rechts von mir erstreckte, wandte meinen Kopf nach links und warf  einen fragenden Blick über meine Schulter und maulte.

„Was ist? Wo zum Geier bleibst du? Erst Stress machen und dann selber trödeln!“

„Ja, ja, schon gut, aber sag mal, was zur Hölle ist los mit dir? Bist du sauer auf mich?“

Ich zuckte nur mit den Schultern, schlürfte quer über die Straße zum Black Haus und blieb in der Einfahrt kurz stehen. Der Garten war völlig verwildert. Die Bäume, wirkten ohne den altbekannten Schnitt eher unheimlich und knarzten bei jedem Windhauch der durch die abgestorbenen Äste jagte.  Alex und Alley, warteten vor dem alten Gemäuer auf uns. Als Alex auf mich zukam, umspielte eine warme Brise ihren schmalen Körper und wehte das Kleid straff an ihren Körper, wodurch der Stoff eng an ihre Brüste drückte und ihre schlanken Beine umspielte.

„Ihr habt euch ja Zeit gelassen! Die anderen sind schon ordentlich am saufen. Los kommt schon!“, rief Alley, die kichernd zusammen mit Alex in das alte Gemäuer rannte.

„Wahnsinn… diese wunderschönen Titten. Hast du die gesehen? Wie gerne würde ich sie nur einmal kneten!“, erklang hinter mir die Stimme von Stone, der lässig seinen Arm über meine Schulter legte und sein Becken gegen meinen Hintern drückte. Ich spürte die gewaltige Beule, die diese Weiber auslösten. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht genoss, ihm körperlich so nah zu sein, andererseits war es Folter, wenn ich nicht selbst Hand anlegen durfte oder gar seinen Schwanz zwischen meinen Lippen spüren konnte. Ich löste mich schnalzend aus der Umklammerung, lief über den verwilderten Rasen, nach hinten zur Veranda. Vor der Treppe blieb ich stehen, starrte auf das Geländer, dessen wellende Farbe immer mehr abbröckelte.

„Was ist? Kommst du oder musst du deine harten Tatsachen noch abkühlen?“, scherzte ich und musste giggeln, als ich das Gesicht von Stone sah, das immer mehr an Farbe gewann. Ich stieß die Tür auf, lief in den Flur, welcher den Hinter und den Vordereingang miteinander verband und starrte auf den Fuß der Treppe, die vom Nebenzimmer aus beschienen wurde. In dem Haus, nahm ich einen merkwürdigen Geruch wahr. Es stank nicht nur nach abgestandener Luft und Alkohol, irgendetwas war anders, als die Jahre zuvor. Auch Stone hatte mittlerweile das Haus betreten und war mir hinterher geschlichen.

„Wag es dich mich erschrecken zu wollen! Das wird langsam langweilig!“, knurrte ich und sah ihn mahnend an. Mit einem lauten Knall fiel plötzlich die Vordertür ins Schloss. Als ich herum fuhr, erhaschte ich einen Blick auf eine dunkle Gestalt, die sich in dem schmalen Flur aufbaute, zuckte zusammen und trat einen Schritt zurück und landete ungewollt in den Armen meines Angebeteten. Mein Herz schlug mir bis zum Hals.

„Hahaha, sag nicht, dass dir so ein kleiner Gruseleffekt  Angst einjagt?“, meinte er mit einem eisigen Grinsen und wirkte beinahe so, als hätte er diesen Schreckmoment  zu verantworten. Aber wie sollte er dann so schnell hinter mir auftauchen und wie konnte er so viel Schwung aufbringen um die schwere Vordertür so mit Wucht zuzuschleudern?  Scheinwerfer eines vorbeifahrenden Autos, warfen einen weiteren grellen Lichtstrahl in den Flur. Abermals zeigte sich vor meinen Augen, die dunkle Silhouette, die einen schmalen Schatten schwang. Ich konnte förmlich ein Pfeifen hören und den Windhauch spüren, als der schattierte Gegenstand, an meinem Gesicht vorbei schnellte.

„Waaaah! Scheiße, was war das denn?“, kreischte es plötzlich neben mir. Als ich meinen Blick zur Seite wandte, erkannte ich Alex, die ihren wirklich hübschen Körper an den von Stone presste. Ich stellte mit Bedauern fest, dass er körperlich gleich wieder reagierte, wodurch ich grummelnd schnaufte, doch wenn die anderen nichts damit zu tun hatten, was für ein Specialeffekt war das und wie konnte er so realistisch sein? Einer der Partygäste polterte plötzlich panisch die Treppe herunter. Er schien nur eine einzige Chance zu sehen und das war in seinen Augen die Vordertür. Der rundliche Kerl,  warf sich nahezu gegen die weiße Wand, tastete panisch nach dem Türknauf, doch es tat sich nichts. Schluchzer verließen seine Kehle, als dieser mysteriöse Schatten wieder auftauchte und er bemerkte das es keinerlei Fluchtmöglichkeiten gab und er jetzt auch noch von der Gruppe getrennt, auf sich alleine gestellt war. Er hämmerte gegen die Tür und ich sah wie er zusammenzuckte, als etwas seinen Schopf nach hinten riss. Der panische Schrei, der seine Kehle verließ, ging mir durch Mark und Bein.

„Nein bitte nicht! Helft mir doch!“, flehte er mit zittriger Stimme und sah in unsere Richtung. Während meine Clique wie angewurzelt stehen blieb, entschied ich mich, dem Kerl zu helfen.

„Na los kommt schon, wir können ihn doch nicht einfach im Stich lassen!“

Doch meine Worte blieben mir beinahe im Hals stecken, als ich sah das meine Freunde, einfach nur den Blick abwandten und so taten als ginge der Gast sie nichts an. Dass selbst Stone keine Eier in der Hose hatte, entsetzte mich gewaltig. Ein tiefes Lachen durchdrang die Räumlichkeiten, gefolgt von einen dumpfen Knall, durch den ich in meiner Bewegung stoppte und auf das Geschehen starrte. Die Gestalt hatte den Schädel des Mannes immer wieder mit der Stirn gegen den Türrahmen geschlagen, bis das Bersten der Schädelknochen die Stille durchdrang und sich eine riesige Blutspur auf dem Holz verteilte. Als ich bemerkte, dass ich keine Chance mehr hatte, dem Kerl zu helfen, wandte ich mich um und wollte nur noch zu meinen Leuten zurück. Plötzlich krachte etwas in meinen Rücken, genau unterhalb der Schulterblätter. Es spaltete meine Haut und brannte enorm. Der Schmerz zerriss mich förmlich und ich bemerkte, wie immer mehr Tränen über meine blassen Wangen kullerten. Alles was ich spüren konnte, war etwas Spitzes, das an unterschiedlichen Stellen tief in meinen Fleisch steckte. Ich spürte wie sich etwas zwischen meinen Rippenbogen bewegte, als die Person hinter mir, versuchte den Gegenstand aus mir herauszuziehen. Als dieser meinen Körper verließ, verlor ich den Halt und fiel mit dem Gesicht voran zu Boden. Ich hatte nicht die Kraft mich abzufangen und krachte auf das alte Parkett. Panisch streckte ich meine Hand nach Stone aus und sah zitternd in seine grünen Augen, während mir das pfeifende Geräusch und ein auf mich zurasender Schatten, der sich in den Dielen unter mir spiegelte und meinen Körper traf. Mein Schmerz wurde zu einem permanenten Dröhnen der durch meinen Körper jagte. Ich wollte Schreien und doch kam kein Wort über meine Lippen. Ein weiteres Mal schlug der Gegenstand auf  meinen Rücken ein, wodurch ich meine Fingernägel in den Holzboden presste, die blutig einrissen.

„Lass ihn liegen. Kommt verschwinden wir hier!“, wimmerte Alex und presste ihre weibliche Rundungen an Stone, doch der stieß sie zur Seite, starrte sie giftig an und rannte auf mich zu. Er griff einen Baseballschläger, der von einem der Partygäste achtlos an der Wand zurückgelassen wurde, streckte den Schläger nach vorn, wodurch sich der Foltergegenstand, klirrend immer mehr, um das Holz des Schlägers wickelte. Er warf das Teil zu Boden, hockte sich neben mich und legte seine Hand auf meine Schulter.

„Alter das sieht wirklich übel aus! Komm!“, brummte mir Stone entgegen und starrte wieder hinter sich, doch mein Gegner war verschwunden, beinahe als hätte er sich in Luft aufgelöst. Stone half mir auf. Ich seufzte, legte wimmernd meinen Arm um die Schulter des großgewachsenen Mannes und stützte mich weitgehend ab.

„Leute wir müssen weg. Die Vordertür ist verschlossen und auch die Verandatür, deren Knauf kaputt ist, ist zugefallen. Wir sind hier eingesperrt! Und wir sind nicht alleine!“, brummte Stone. Alley, kam mit weit aufgerissenen Augen und am ganzen Körper schlotternd hinter einer kleinen Nische hervor. Sie hatte dort Schutz gesucht. Wer konnte es der kleingewachsenen jungen Frau verdenken? Sie lief auf den Baseballschläger zu, drehte ihn immer wieder und wickelte den Gegenstand ab, der mich zuvor noch malträtierte. Uns allen stockte der Atem.

„Sind das Knochen?“, fragte Stone und starrte ungläubig auf das peitschenähnliche Werkzeug.

„Ja, aber das ist noch viel krasser! Das ist eine menschliche Wirbelsäule! Genauer gesagt mehrere…“

Alley nickte auf Alex ihre Vermutung hin, während in mir blanker Ekel aufzog. Es war schwer zu begreifen was hier gerade geschah. Wir alle liebten Horrorfilme und die Spukgeschichten die man sich erzählte, doch das was wir hier gerade erlebten war real. Eingesperrt in einem leer stehenden Haus, mit jemanden, der uns nach dem Leben trachtete. Als uns allen der Ernst der Lage richtig bewusst wurde, ließ Alley angewidert die Wirbelsäulen fallen und rannte zu uns.

„Was sollen wir denn jetzt tun?“, flüsterte Alex. Sie wirkte als einzige von uns noch einigermaßen klar, nur ihr Brustkorb, der sich hastig hob und senkte, zeigte ihre Angst auf.

„Wir müssen die anderen finden!“

Wir nickten alle bei Stones Worten. Er hatte Recht, sie hatten alle das gleiche Schicksal wie wir, wenn wir sie nicht warnten. Gemeinsam hasteten wir so schnell es ging durch den Flur und sahen uns suchend um. Immer wieder rissen wir Türen auf. Doch nichts!

„Wo sind denn alle? Hier waren doch noch viel mehr Leute?“, überkam es zittrig meine Lippen.

„Vermutlich im Partyraum!“

Wir alle nickten. Stone schien als einziger besonnen zu reagieren, während die anderen und ich von der Panik aufgefressen wurden. Sofort hasteten wir den kleinen Gang entlang, ich legte meine blutverschmierten Finger an den Türknauf und riss sie mit Schwung auf. Als ich in den sporadisch hergerichteten Partyraum blickte, stockte mir der Atem. Massen an Blut jedoch verrieten uns, das vermutlich niemand unserer Bekannten das alte Gemäuer lebend verlassen haben konnte. Als wir die Schwelle des Zimmers überschritten, sahen wir plötzlich die gesuchten Partygäste, die aufgeschlitzt, mit abgetrennten Gliedmaßen zum Teil aufeinander gestapelt im Zimmer lagen. Gedärme und Finger, vereinzelte Schädeldecken und Augen lagen kreuz und quer im Zimmer verteilt herum. Mir wurde von einer Sekunde auf die andere speiübel. Alex begann verstört zu schreien. Alley jagte der grauenvolle Anblick panische Angst ein. Das konnte doch alles nicht wahr sein? Wer spielte hier ein so grausames Spiel, am zwanzigsten Jahrestag der Black Morde? Als sich beim Fenster, hinter den alten rissigen Vorhang etwas bewegte, kreischten beide Mädchen voller Angst auf. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte ich hinter den fleckigen Vorhang eine junge Frau, die sich zitternd in den Stoff krallte.

„Wieso versteckt du dich?“

„Warte Josh… wer weiß ob die Bitch nicht die Täterin ist?!“, unterbrach mich Stone und schob seinen Arm schützend vor meinen Körper. Er grinste plötzlich, doch den Grund sollte ich einen Augenblick später erfahren.

„Das ist ein Mädchen und kein Geist! Das heißt man kann es töten und wir bleiben alle am Leben!“

Ein plötzlicher Schuss, übertönte unser allgemeines Chaos. Sofort sah ich mich um. Hatte es einen meiner Freunde erwischt? Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Als ich bemerkte, dass wir alle noch standen ging ich von einer Warnung aus, doch als Alley ein weiteres mal aufschrie, folgte ich mit meinem Blick ihrem ausgestreckten Zeigefinger. Zwischen den gepiercten Augenbrauen des Mädchens, dass hinter dem Vorhang Schutz suchte, hatte sich ein Loch gebildet aus dessen Hinterseite, die rote Masse herausspritzte und sich am Fenster verteilte. Ein weiterer Schuss zerriss die Kehle der Toten und sorgte dafür das ihr Blut förmlich durch den Raum spritzte und uns berieselte. Grellende Schreie durchfluteten den Raum, als die Leiche auf den Boden klatschte.

„Wir müssen hier raus! Das ist doch alles irre!“

„Hahahaha…“, erklang grell schallend plötzlich ein eiskaltes Lachen. Geschockt wandte ich mich um und sah eine weitere Person, die hinter einer Tür hervor trat. Ich vernahm das Klackern von gleichmäßigen Schritten, die sich uns näherten. Eine Person, mit einem schwarzen Cape, das bis tief ins Gesicht gezogen war, blieb bei uns stehen. Sie hielt in ihrer linken Hand, ein riesiges Messer, dessen Klinge blutverschmiert auf uns zeigte.

„Ihr alle seit Schuld! Ihr werdet für eure verfickten Familien zahlen!“

Verwirrt starrten wir uns alle an. Als die Gestalt die rechte Hand hob und den Stoff des Umhangs von ihrem Haupt zog, stockte uns allen der Atem. Wir starrten in rabenschwarze, seelenlose Augen. Schon einmal hatte ich diesen Blick gesehen. Es war schon lange her, doch dieses bleiche Gesicht, der höllische Blick und das schwarze nach oben gebundene Haar, konnte ich nicht vergessen. Das Bild zierte damals einen Zeitungsartikel über den Fall Black.

„M… Miranda Black?“, stammelte ich und spürte wie die Angst meine Knochen lähmte. Vollkommen entgeistert starrten mich Alex, Alley und Stone an und schüttelten ungläubig den Kopf.

„Ah, ich bin also doch noch nicht vergessen!“

„Alter, was soll der Scheiß? Jeder weiß doch, das die Bitch in der Klapse ist und dort versauert!“

Das Stone seine Aussage bereuen würde, wurde mir einen Augenblick später bewusst, als plötzlich Alley einen Satz nach vorne machte, ihr Knie anhob und es Stone in den Magen rammte. Der Hüne sank hustend auf den Boden, stützte sich mit der einen Hand ab, während die andere seinen Magen umklammerte. Sofort beugten wir uns zu unserem Freund nach unten und starrten fassungslos, auf Alley, die sich lächelnd neben Miranda Black begab.

„Was fällt dir ein, so mies mit meiner Mutter zu reden?“

„Deine Mutter? Ich dachte sie ist tot?! Du hast nie gesagt das du zu den irren Blacks gehörst?“, stammelte Alex und sah panisch auf in die Richtung unserer Gegner.

„Irre?“, fauchte die alternde Frau, schnellte auf Alex zu, rammte die Klinge in ihre Kehle, so das die Spitze am Nacken wieder herausragte. Ich sah wie sie das Messer hin und her drehte. Der Köper unserer Freundin zappelte schlimmer als hätte sie ihren Finger in die Steckdose gehalten. Speichel zog sich über ihre Mundwinkel, während ihre weit aufgerissenen Augen, pure Panik ausstrahlten. Ein röcheln erklang, als die ältere Frau, das Messer, samt Kehlkopf herausriss und Alex leblos, auf den Boden klatschte. Schon grausam, wenn man bedachte, dass das letzte das sie zu sehen bekam, die Fratzen waren, die die Partygäste zogen, als sie abgeschlachtet wurden. Ihr Gesicht lag zwischen einigen Innereien, wodurch sich mir der Magen umdrehte. Ich begann zu würgen, denn so etwas Ekliges hatte ich noch nie im Leben gesehen.

„Scheiße ey, was wollt ihr von uns?“, brummte Stone und legte seinen Arm schützend um mich. Normalerweise hätte mein Herz einen riesigen Satz vor Freude gemacht, doch in dem Moment, registrierte ich seine Geste nicht einmal.

„Rache!“, antwortete Alley auf Stones Frage trocken und äugte über ihre Schulter. Sie biss sich aufgeregt auf der Unterlippe herum und atmete schwer, als sie sah, wie ihre Mutter die Messerklinge ableckte. Es wirkte schon beinahe so, als würde die Situation sie erregen. Konnte das echt sein?

„Meine Tochter hat Recht! Ich will endlich meine Rache! Alle haben es so hingestellt als wäre ich irre, doch über die Wahrheit schwiegen alle, oder haben euch eure Väter von diesem Abend erzählt? Mit Sicherheit nicht. Wie soll man seinen Nachkommen auch erklären, dass man ein Mädchen vergewaltigt hat? Ich strampelte damals, doch die Jungs pressten mich einfach auf den Boden. Sie schoben mir die Träger meines Kleides über die Schultern hinab, ergötzten sich an meinen prallen wippenden Titten. Sie bissen mich in meine Brustwarzen, schoben meinen roten Seidenslip von den Hüften, rissen meine Beine auseinander, schoben ihre Schwänze in mich. Erst einzeln dann zusammen. Fünf Kerle zwängten sich vorn und hinten in mich und all die anderen sahen lachend einfach nur zu, amüsierten sich oder aber schoben hinterher einfach noch Dinge in mich hinein. Und dann fragt man sich warum ich durchdrehe? Es tat so scheiße weh! In dieser Nacht überlebten acht Leute. Sie verbreiteten Lügen über mich und sperrten mich weg. Aus dieser Nacht jedoch entstand eine Sache, die man nicht leugnen konnte. Ich war bis zu diesem Abend noch Jungfrau, doch neun Monate später gebar ich zwei Kinder. Man nahm sie mir einfach weg, vertuschte auch diese Tatsache, so wie alles andere und gab mir an dem Geschehen weiterhin die Schuld.“

„Das tut mir Leid! Aber was hat das mit uns zu tun?“, wimmerte ich und sah vor Angst schlotternd zu den beiden Frauen.

„Ganz einfach, die Väter aller Gören hier, haben es mit mir getrieben. Sie konnten alle in Freiheit leben, hatten keine Ketten, die sie an einen Ort festhielten und sie hatten das Glück ihre Kinder aufwachsen zu sehen. All das wurde mir verwehrt und das nur, weil keiner die Eier in der Hose hatte und die Wahrheit gesagt hat. Die haben sich einfach meine Kinder unter den Nagel gerissen und als ihre ausgegeben. Als sich Alley dann bei mir meldete, kam wenigstens ein Teil meiner Familie zurück und nun nehme ich der Stadt das, was sie mir genommen hat. Ich geh nie wieder zurück in diese Anstalt! Nie mehr!“

´Die ist wahnsinnig! Wer weiß wie ich reagieren würde, wenn man mir und meiner Familie etwas Derartiges antäte. Ich würde durchdrehen!´

Ich sah mich um. Wir waren umzingelt von den zerfetzten Leichen der Partygäste und Abiturienten, die hier eine Spukparty feiern wollten. Stone versuchte seinen Atem zu kontrollieren um sich zu beruhigen. Ich bemerkte, dass er alles versuchte, um bei klarem Verstand zu bleiben.

„Alley, wieso? Ich versteh es nicht?“

„Ganz einfach Stone. Ich lauf immer wieder um dich herum, trage knappe Klamotten, mach mich für dich schön und doch glotzt du nur auf andere große Titten und sogar die Schwuchtel begrabbelst du mehr als mich! Das kann doch nicht dein Ernst sein? Ich hab viel mehr zu bieten, als die!“

„Mäuschen, welcher von denen soll nun am Leben bleiben?“, fauchte die durchgeknallte Alte ihrer Tochter entgegen. Die jedoch rollte nur genervt mit den Augen und schnaufte wie ein wütender Stier.

„Keiner! Der wüsste eh nicht zu schätzen welches Glück er hätte an meiner Seite zu leben.“

„Glück?“, hörte ich Stone plötzlich losprusten. Was zum Geier tat er da? Er machte diese Furien nur noch wütender.

„Mit dir werde ich noch jede Menge Spaß haben, aber für diese dreckige Schwuchtel hab ich keine Verwendung mehr!“

Kaum erfüllten die Worte den Raum, starrte ich in ein kleines schwarzes Loch, hörte ein seltsames Klicken und einen Knall. Danach spürte ich einen reißenden Schmerz, der sich durch mein Fleisch fraß. Ich sah geschockt auf, spürte wie es immer schwerer für mich wurde ein und auszuatmen und schmeckte den bitteren eisenhaltigen Geschmack der sich in meinen Mund ausbreitete. Wie von Sinnen lachend, kam die Frau auf mich zu, legte ihre hageren Finger unter mein Kinn, richtete meinen Blick auf den ihren und packte meine Kehle mit der rechten Hand, nachdem sie ihrer Tochter die Waffe in die Hand reichte. Ich röchelte immer mehr, umklammerte mit meinen Fingern ihre Hände und sah ein schnelles Blitzen vor meinen Augen. Ich wollte atmen, doch es gelang mir nicht im Geringsten. Plötzlich erklang ein weiterer Schuss. Panisch riss ich die Augen auf.

´Diese Schlampe hat Stone gekillt. Verdammte Scheiße!´

Als dann ein Kampfschrei durch den Raum schnellte, sah ich erschrocken auf, und erkannte wie der Kopf der Frau in zwei Hälften gespalten wurde. Ihr Gehirn klatschte mir ins Gesicht, dann wurde um mich herum alles schwarz.

Tage später erwachte ich im Krankenhaus. Ich blinzelte gegen das Licht, hörte die piepsenden Geräusche neben mir und wandte den Blick zur Seite. Noch etwas verschwommen erkannte ich eine Gestalt, die mit jedem blinzeln deutlicher wurde.

„Stone?“, krächzte ich leise und sah ihn noch etwas benommen an. „Was ist passiert?“

Mein Besucher, legte seine Hand auf meine, lächelte mich sanft an und flüsterte.

„Hey du klingst ja wie Kermit! Alles ist gut! Keiner wird dir je wieder weh tun!“

„Aber wie…“

„Wie ich das geschafft habe? Die Olle, wollte ihrer Tochter die Waffe geben, die ich zu greifen bekam. Ich drückte ab und tötete Alley und gerade als ich die Mutter abknallen wollte, musste ich feststellen das das Magazin leer war. Neben dem alten Kamin, konnte ich aus dem Augenwinkel einen rostigen Schürhaken entdecken und mit dem hab ich die Alte gekillt. Du glaubst gar nicht wie erleichtert ich war, als ich sah, dass du noch lebst. Ich hätte mir nie verzeihen können, wenn ich gerade dich verloren hätte, aber nun erhol dich erst einmal.“

Sein Lächeln war einfach faszinierend. Ich schloss erleichtert meine Augen und schlief vor Erschöpfung wieder ein. Jetzt würde alles wieder gut werden. Vielleicht empfand sogar Stone, den ich schon seit der ersten Klasse mochte, etwas für mich. Wer wusste das schon? Das Leben ist wie ein Glückskeks und was wir daraus machen, liegt in unseren Händen.

 

Ein Jahr später:

An diesem Abend, lag ich zusammen mit Stone zusammen im Bett. Die grauenhaften Erinnerungen, die uns seit einem Jahr Tag ein und aus begleiteten, wollten wir für wenigstens einen Augenblick wieder vergessen, auch wenn es wohl eher ein Verdrängen war. Ich spürte, wie sich der muskulöse und wohl definierte Körper meines Liebsten, über mich rollte. Ich musste grinsen, denn mir war klar was er wollte.

„Sag nicht du bist schon wieder geil?“, knurrte ich leise vor mich hin, öffnete ein Auge und blickte in ein grünes Augenpaar, das mich hungrig zu taxieren schien. Kurz darauf, spürte ich seine rauen Lippen auf meinen, fühlte wie sich seine Zähne leicht über meine Haut zogen, nur damit sich meine aufeinander gepressten Lippen leicht öffneten. Schon kurz darauf zwängte sich seine Zunge in meinen Mund, umspielte sinnlich die meine und entfachte nun auch in mir wieder das Feuer der Begierde. Ein Lächeln huschte über meine sinnlichen Lippen. Blitzschnell legte ich meine schmalen Hände an seine Schulter, schlang mein linkes Bein, um seine Hüfte und schwang mich auf die rechte Seite, sodass ich auf den Lenden, meines Liebsten landete.

„Oh ich dachte du bist nicht scharf?“, konterte Stone auf mein Handeln hin, knabberte an meinen Lippen und zog mich förmlich mit seinem Blick aus.

„Na wenn du mir so die Zunge in den Hals schiebst und dein harter Schwanz  gegen meinen Schritt drückt, bleib ich sicher nicht kalt!“, knurrte ich frech. Ich hasste es, wenn er mich so neckte, andererseits fickte er wie ein junger Gott. Nun war ich es, der von oben auf ihn herab blickte.

„Komm schon, schieb deinen Arsch nach oben. Ich will dieses süße Loch zucken sehen!“

Seine grollenden Worte, jagten mir einen wohligen Schauer über den Rücken. Ich liebte es, wenn er mich dirigierte, also tat ich was er sagte. Ich wandte  mich um, nachdem ich mich meiner Shorts entledigt hatte und begab mich mit meinem Gesicht zwischen seine Beine.

´Wow, sein Schwanz pulsiert ohne mein zutun, schon so heftig. Heute wird ein ganz besonderer Tag!`

Beinahe lüstern, beugte ich mich über die Latte, leckte mit meiner Zunge begierig über den Stamm, knabberte kurz an seinen Eiern, legte meine Finger um seinen Schwanz und schob mit meinen Daumen und Zeigefinger die Vorhaut zurück, leckte über die pralle Kuppe meines Liebsten und lauschte seinem Stöhnen. Als ich seine Hände spürte, die meine Pobacken spreizten errötete ich einen kurzen Moment.

„Oh wie ich diesen Anblick liebe!“, seufzte er mir entgegen und umkreiste mit seiner Zunge immer wieder meine Rose. Ich seufzte abermals süß auf, denn er wusste genau wie er mich wahnsinnig machen konnte. Als sich dann auch noch seine warme Zunge durch meinen Eingang zwängte, entlockte er mir ein liebevolles Stöhnen. Er legte seine großen Pranken an mein Becken, zog es weiter zu sich hinab und schob sich immer wieder mit der Zunge in mich. Als er bemerkte, dass der Widerstand gebrochen war, nutzte er seine Finger die er nach und nach in mir versenkte und sie grob stoßend in mich hämmerte. Er spreizte sie immer wieder in mir während ich mir meine Laute nur durch das sinnliche bearbeiten seiner Latte unterdrücken konnte. Als ich erste Lusttropfen schmeckte, löste ich mich von ihm, sah auf die schimmernde Kuppe und verteilte seinen Samen mit meinen Fingern. Ohne auf ihn zu achten, wandte ich mich wieder um, begab mich breitbeinig über seine Lenden und sah seine Hände die meine Backen auseinander zogen. Ich presste meine Finger auf seinen Brustkorb ab, ließ mich langsam sinken und spürte wie sich seine feuchte Kuppe gegen meinen Schließmuskel drückte wodurch ich wohlig seufzte.

„Los setz dich endlich ganz drauf!“, grollte mir Stone entgegen, weshalb ich bestimmend in sein dunkles Haar griff, ihn so unter mir fixierte und mich begann sinnlich auf ihn zu bewegen. Er passte sich mit seinem Tempo meinen Rhythmus an, stieß immer wieder gegen meinen empfindlichen Punkt, wodurch ich wie von Sinnen immer wieder laut aufstöhnte. Auch ihn überkam die pure Lust, denn zum ersten Mal war ihm egal das wir gehört werden könnten. Er grunzte bei jedem seine Stöße sinnlich auf.

„Du Stone, du hast mich nie nach meinem richtigen Namen gefragt!“, keuchte ich ihm ins Ohr, während ich mich weiter auf seinen Schwanz pfählte. Ich stieß seinen Prügel immer wieder, bis zum Anschlag in mein glitschiges Loch, schaffte es nicht mehr meine Stimme zu dämpfen. Es fiel mir unendlich schwer bei klarem Verstand zu bleiben, doch ich wollte noch nicht kommen. Ich beugte mich mit dem Oberkörper ein Stück nach vorn, nahm sein linkes Handgelenk und kettete es über den Kopf am Bettgestell fest. Verschmitzt grinste ich meinen Liebsten an und fesselte auch das rechte Handgelenk.

„Wen zum Geier interessiert in so einer geilen Situation bitte der Name? Komm schon beweg dich weiter!“, hörte ich ihn knurren. Ich bewegte mich  immer wieder wild auf und ab, genoss es wie sein Schwanz mich mit jedem Stoß mehr dehnte und hörte die schmatzenden Geräusche, die die Stille durchdrangen. Ich stoppte in meiner Bewegung, ließ mein Becken ganz auf das seine sinken, bis meine Eier gegen die Hoden meines Liebsten stießen. Unter schweren Atem sah ich in seine verklärten Augen und biss mir bei diesem himmlischen Anblick auf die Unterlippe.

„Weißt du, ich wurde als Kind zur Adoption freigegeben. Man sagte mir, meine Mutter war durchgeknallt, doch das Gegenteil war der Fall. Sie hat nur versucht mit dieser heuchlerischen Stadt abzurechnen.  Sie hatte alles Recht der Welt dazu, aber das haben die bonierten Wichtigtuer ja nicht für voll genommen! Aber die Black Geschichte kennst du ja.“

„Ha, ha, ha, schöner Witz! Ich weiß das wir den Jahrestag haben, und das Halloween ist, aber mal ehrlich diese Story ist ausgelutscht. Du wirst nie wieder oben sitzen. Ab jetzt, wenn wir ficken, dann besorg ich es dir so, dass diese irre Familie Black dir nicht mehr in die Sinne kommt!“, unterbrach er mich einfach. Das war ein Stich in mein Herz. Ich griff unter die Matratze, zog ein Fleischermesser hervor, dass ich Stunden vor unserem Treffen, dort deponiert hatte und rammte es ungehemmt in seine untere Bauchhälfte. Das sich Stone nicht mehr regte, quitierte ich mit einem Schmunzeln. Einzig allein sein markdurchdringender Schrei erfüllte den Raum.

„Oh wie es scheint hab ich dein Rückenmark durchtrennt. Erstaunlich, wie einfach man ein Leben nehmen kann, selbst wenn es der eigene Geliebte ist.“

„Scheiße, was soll der Mist?! Du… Du…Du hast mich… w…wer zur Hölle…“

„Ich hab dich aufgespießt wie einen Döner! Kommst du wirklich nicht drauf? Ich bin Joshuar Black, Sohn von Miranda Black und somit Alleys Bruder.

„Aber die wollten dich abschlachten. Du warst denen egal!“

„Nur weil sie nicht wussten, dass ich der verlorene Spross war! Meine Familie, war vielleicht etwas verrückt, aber sie alle hatten einen nachvollziehbaren Grund, warum sie mordeten. Ich wasche jetzt den Namen meiner Familie rein. Anfangen werde ich mit dir größenwahnsinnigen Arschloch. Du hast meine Familie ermordet! Heute rächt sich der letzte Überlebende, der Familie und du bist erst der Erste in dieser Nacht!“

Mit einem wahnsinnigen Gelächter, presste ich mein gesamtes Körpergewicht auf den Griff, zog das Messer schwungvoll nach oben und hinterließ eine tiefe Schnittwunde, riss die Klinge aus dem Fleisch und stach wie von Sinnen in mein wehrloses Opfer ein und genoss die warmen Bluttropfen die auf meine blasse Haut spritzten. Ich fuhr mir mit dem Arm über das Gesicht und verschmierte die roten Tropfen. Kaum hatte sich meine Wut gelegt, starrte ich in die blutunterlaufenen starren Augen meines Liebsten, musterte den grauenhaften Anblick den ich ausgelöst hatte, erhob mich von seinem Körper, dessen Gedärme sich durch die klaffende Wunde drückten und warf einen Blick aus dem Fenster, hinab auf die Straße, durch die sich eine Traube an gaggernden Kindern in Halloweenkostümen gekleidet zog. Diese Nacht war meine und der Black Fluch, würde endlich diese Stadt heimsuchen und unsere Familie reinwaschen.

„Die Rache ist mein!“

 

Ende

 

[Gesamt:20    Durchschnitt: 4.6/5]

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: